All in Rezension

„Dichter unbekannt” – Oswald Egger und die Wiederkehr Oskar Fialas

Katrin Bernad unterzieht Oswald Eggers Künstlerbuch Oskar Fiala und das Prinzip der kleinsten Wirkung (Suhrkamp., 2025) einer eingehenden Lektüre, die die Schichten freilegt, in denen der Büchner-Preisträger den Autor Oskar Fiala in seiner von einer Fugue getriebenen Poetik rekonstruiert und zur Sprache kommen lässt, begleitet von Eggers Bildern, die Bernad ebenfalls in ihre Kritik einbezieht.

Elegien für das 21. Jahrhundert?

Maren Jäger führt in ihrer eingehenden Besprechung von Benjamin Steins „Tiferet. Elegien” (Verbrecher Verlag 2026) politische, historische, religiöse und literarische Referenzen der sieben auf Deutsch und Englisch publizierten Elegien des Autors an und geht der jüdischen und palästinensischen Leiderfahrung nach, deren gemeinsame Geschichte Steins Buch aufruft.

Ist doch nur Spaß. Yevgeniy Breygers Buch „hallo niemand“ kokettiert konsequent mit den Katastrophen

Insa Wilke bespricht Yevgeniy Breygers "Roadtrip in Versen" (Suhrkamp, 2025) als eine "Odyssee", die eine gespaltene Autorfigur zwischen "ich", "er" und "niemand" durch die Tagespolitik zwischen Wien und Berlin führt. In einer Spannung von Einbeziehung und Distanzierung der Leserschaft inszeniert nach Wilke diese lyrische Polemik kokettierend ihre Rezeption mit.

Utopien in Worten. Björn Hayers Anthologie utopischer Gegenwartslyrik

Hans-Christian Riechers rezensiert den von Björn Hayer herausgegebenen Band "Aus einer geschützten Ecke heraus / läßt du den Raum entstehen. Utopische Dichtung der Gegenwart" (Gans Verlag, 2026) und geht in den versammelten Gedichten einer subversiven Gegenwart des Utopischen nach. Er vermisst aber auch Begründungen und Akkuratesse in der Herausgabe.

Vom Recht, eine Liebe zu erzählen

Anne Seubert erkundet, wie Nancy Hünger in ihrer lyrischen Erzählung Wir drehen dem Meer unsere Rücken zu (AZUR im Verlag Voland & Quist GmbH, Berlin und Dresden 2025) eine scheiternde Liebesbeziehung aus weiblicher Sicht beschreibt und Formen findet, die über die Angemessenheit dieser Perspektive reflektieren.