Die „Angst, aus dem Gedicht zu fallen“, und der Halt der Sprache: Kollektivkritik über Prinzenbad (Elif Verlag 2022) von Ozan Zakariya Keskinkılıç

Die „Angst, aus dem Gedicht zu fallen“, und der Halt der Sprache: Kollektivkritik über Prinzenbad (Elif Verlag 2022) von Ozan Zakariya Keskinkılıç

„Wie verändert sich Kritik, wenn wir sie kollektiv ausüben?“, fragte Clara Cosima Wolff die Teilnehmerïnnen an ihrem Seminar am Literaturinstitut Hildesheim. Die Antwort können wir jetzt hören! Carla Hermann, Madlen Kunz, Melis Ntente, Clara Cosima Wolff und Ulrike Zeuner spielen sich die verschiedenen Mondballons zu, die der Politikwissenschaftler und Dichter Ozan Zakariya Keskinkılıç in seinem Debüt Prinzenbad (Elif Verlag 2022) jongliert, zwischen Sternenluft und Fensterscheibe springend. Geschmückt mit Zitaten, gesprochen vom Dichter und den Seminarteilnehmerïnnen, wird die Überfülle an geradezu körperlich erfahrbaren Bildern und Themen erötert, die den Band füllen, so dass die „Angst“ des lyrischen Ich spürbar wird, „aus dem Gedicht zu fallen“: Sprache und Mehrsprachigkeit, Grenzüberschreitungen, Sexualität, Religion, Familie, Essen - stilistisch ebenso wie die Lyrik selbst Alltagssprache und hohen Poesie locker verknüpfend. Erst im November erschien Keskinkılıçs erster, von vielen als äußerst poetisch empfundener Roman, Hundesohn (Suhrkamp 2025) – ein guter Zeitpunkt, um sich in seine Lyrik zu vertiefen.

Der Orionnebel der Großmutter

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